Deutsch-Polnische Gesellschaft Mannheim-Ludwigshafen e.V.
Deutsch-Polnische Gesellschaft Mannheim-Ludwigshafen e.V.

Aktuelles

Gedenkstein für polnische Zwangsarbeiter auf dem Hauptfriedhof Mannheim

 

 

Ein Gedenkstein mit Inschrift und Namen wird zur Zeit auf dem polnischen Gräberfeld auf dem Hauptfriedhof Mannheim errichtet. Er soll an die polnischen Frauen und Männer erinnern, die während des zweiten Weltkrieges von den Deutschen zur Zwangsarbeit nach Mannheim und Umgebung verschleppt worden waren. Viele von ihnen blieben aus unterschiedlichen Gründen nach Kriegsende und arbeiteten als Soldaten für die US-Armee in Mannheim. Wenn sie starben, wurden sie auf einem eigenen Gräberfeld auf dem Hauptfriedhof beigesetzt. Inzwischen ist die Liegefrist der meisten dieser Gräber abgelaufen, es gibt keine Angehörigen mehr und ein großer Teil der Grabsteine war nicht mehr sicher im Boden verankert. So entstand auf Initiative der Polnischen Katholischen Mission in Mannheim, von Dr. Stanislaus Stepien, Mannheim, Sohn eines polnischen Zwangsarbeiters, und der DPG Ma-Lu mit Zustimmung des städtischen Friedhofsamtes der Gedanke, die auf dem Gräberfeld beigesetzten Verstorbenen mit einem Gedenkstein zu ehren. Dank der Unterstützung durch das Generalkonsulat der Republik Polen in München und der Finanzierung durch das Ministerium für Kultur und Nationales Erbe in Warschau konnte das Projekt jetzt verwirklicht werden.  Die offizielle Einweihung ist für den 2. Juni 2019 geplant.                                                                                                  Foto: Piotr Pilkowski

Speedway-Museum aus Bydgoszcz zu Besuch in Mannheim und Darmstadt

Foto: v.l.n.r. DPG-Vorsitzender Piotr Pilkowski, Piotr Glucklich, Museumsgründer Jaroslaw Gamszej, Christian Endrich, Bartosz Gamszej, Maciej Wilkowski und Wojtek Kaczmarek.                                Foto: Piotr Pilkowski

Das "Museum des Speedway-Sports" in Bydgoszcz beteiligte sich am 19. Mai 2019 auf Initiative der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Mannheim-Ludwigshafen e.V. am Internationalen Museumstag im Technoseum in Mannheim. Bei Speedway handelt es sich um eine besondere Form von Motorrad-Rennen auf abgesperrten Ovalbahnen. Diese Sportart ist in Polen und vor allem in Mannheims polnischer Partnerstadt sehr beliebt. Die Ausstellungsobjekte, die in Mannheim gezeigt wurden, hatte Museumsgründer Jarosław Gamszej aus Bydgoszcz gesammelt. Für ihn bzw. das Museum waren die Ausstellungen in Darmstadt am 18. Mai 2019 und in Mannheim die ersten im Ausland. So ließ er es sich nicht nehmen, persönlich nach Mannheim kommen. Während des Museumstages verteilte die DPG Ma-Lu Informationsmaterialien über die Partnerstadt Bydgoszcz. Der Stand, der gut sichtbar im Freien vor dem Technoseum aufgebaut war, fand großen Anklang bei Erwachsenen und Kindern. Vor allem Kinder nutzten die Gelegenheit, sich auf eines der Motorräder zu setzen und sich mit Helm fotografieren zu lassen. Groß war ebenfalls das Interesse an der Partnerstadt, nicht nur bei deutschen, sondern auch bei polnischen Besucherinnen und Besuchern. Gezeigt wurden Helmbezüge, Gesichtsmasken, Lederanzüge und Handschuhe aus den 70er Jahren, außerdem ein aktueller Sportanzug mit dem Logo von Bydgoszcz und der Sportanzug von Tomasz Gollup, dem siebenfachen Weltmeister, mit dem polnischen Adler. Zusätzlich wurden sechs Sportmotorräder gezeigt, drei aus den 50er Jahren und drei moderne Maschinen, die Christian Endrich aus Mannheim zur Verfügung stellte. Am Tag zuvor war die Speedway-Ausstellung im Rahmen eines Grillfestes in Darmstadt zu sehen gewesen, wo sie ebenfalls auf großes Interesse gestoßen war. Finanziell gefördert wurde das Vorhaben u. a. von der Stadt Bydgoszcz, dem Generalkonsulat der Republik Polen in Köln und der Stadt Mannheim.

"Wir spielen für Euch" - Konzert mit Liedern aus den 20er und 30er Jahren

Małgorzata Żurańska-Wilkowska aus Bydgoszcz und ihre Band gaben am Abend des 19. Mai 2019 im Gemeindesaal der Polnischen Katholischen Mission Mannheim, D 6, 9-11, ein Konzert mit bekannten polnischen Liedern aus den 20er und 30er Jahren. Die Sängerin aus der Partnerstadt ist bereits mehrfach zu Konzerten nach Mannheim gekommen und erfreut sich bei ihrem Publikum einer großen Beliebtheit. Auch dieses Mal wurde die Darbietung begeistert aufgenommen. Neben Małgorzata Żurańska-Wilkowska traten auf: Tadeusz Seibert - Gesang, Szymon Łukowski – Saxophon und Klarinette; Maja Babyszka - Klavier, Paweł Urowski – Kontrabass, und Mateusz Gruszkowski - Schlagzeug. Finanziell gefördert wurde das Konzert von der Stadt Bydgoszcz, der Stadt Mannheim und der DPG Ma-Lu e.V.

Gedenkfeier zur Erinnerung an Zwangsarbeiter in Ludwigshafen

In einer beeindruckenden Feierstunde wurde am 23. März 2019 auf dem Hauptfriedhof Ludwigshafen der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter gedacht, die zwischen 1939 und 1945 auf dem Gebiet der Stadt Ludwigshafen für Industrie, Verwaltung und in der Landwirtschaft arbeiten mussten. Viele von ihnen überlebten diese Zeit nicht. An insgesamt 596 Opfer erinnert das Internationale Gräberfeld auf dem Hauptfriedhof, das in den Jahren 1950 angelegt und 1962 noch einmal erweitert wurde. Die meisten der hier Bestatteten stammen aus Polen, insgesamt 194, und aus der ehemaligen Sowjetunion, insgesamt 168. Die polnischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter standen im Mittelpunkt der diesjährigen Feierstunde. In den kommenden Jahren soll jeweils einer anderen Nation gedacht werden. Der 23. März wurde bewusst als Termin gewählt, weil die Stadt Ludwigshafen 1945 an diesem Tag von den US-Amerikanern befreit wurde. Die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck und der Generalkonsul der Republik Polen in Köln, Jakub Wawrzyniak, sprachen Grußworte. Nach der Kranzniederlegung trugen Pfarrer Bogusław Banach von der Polnischen Katholischen Mission Mannheim und Pfarrer Petro Bokanov, Mannheim, von der Orthodoxen Kirche der Ukraine, Deutsches Dekanat, Gebet und Fürbitte für die Verstorbenen vor. Umrahmt wurde die Ehrung durch musikalische Darbietungen und den Vortrag von Gedichten polnischer Autoren, die sich mit dem zweiten Weltkrieg auseinandersetzen. Im Anschluss an die Feierstunde hielt Dr. Klaus Jürgen Becker, stellvertretender Leiter des Stadtarchivs Ludwigshafen, im Gemeindesaal der Matthäusgemeinde einen Vortrag über "Polnische Zwangsarbeiter in Ludwigshafen". Veranstalter der Feierstunde waren der Internationale Bauorden Ludwigshafen, die DPG Ma-Lu, die Kinderhilfe Ukraine Rhein-Neckar und die Deutsch-Ukrainische Gesellschaft Rhein-Neckar.                                                                         Fotos: Piotr Pilkowski

Viele Gäste - großes Interesse - Neujahrsempfang 2019

Beim traditionellen Neujahrsempfang des Mannheimer Oberbürgermeisters im Rosengarten war die Deutsch-Polnische Gesellschaft Mannheim-Ludwigshafen e.V. auch 2019 wieder mit einem eigenen Stand vertreten. Faltblätter warben für den Verein, kleine Broschüren und Prospekte informierten über die polnische Partnerstadt und luden zu einem Besuch von Bydgoszcz ein. Direkt daneben befand sich der Stand des Fördervereins Städtepartnerschaften Mannheim e.V., so dass Besucherinnen und Besucher sich ein Bild von den vielfältigen internationalen Beziehungen der Stadt Mannheim machen konnten. Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz, seine Frau Daniela Franz und Erster Bürgermeister Christian Specht besuchten die beiden Stände bei ihrem Rundgang durchs Haus. Viel Beifall gab's auch für den Auftritt der Tanzgruppe "Kujawiak" zusammen mit der Sängerin Małgorzata Żurańska-Wilkowska aus Bydgoszcz. Der Neujahrsempfang stand in diesem Jahr unter dem Schwerpunkt "Stadt im Wandel – Mannheim 2030". Siehe auch: https://www.mannheim.de/de/stadt-gestalten/neujahrsempfang-der-stadt-mannheim

Fotos: Janetta Seifert und Piotr Pilkowski

100 Jahre Unabhängigkeit - Polen und Deutsche feiern

Strahlende Gesichter auf der Bühne, strahlende Gesichter vor der Bühne: Das Familienfest zur Feier der Wiedergründung des polnischen Staates vor 100 Jahren am Samstag, 16. Juni 2018, im Herzogenriedpark in Mannheim war für alle Beteiligten ein voller Erfolg. Eingeladen hatten die Deutsch-Polnische Gesellschaft Mannheim-Ludwigshafen und die Polnische Katholische Mission Mannheim.

Begeisterten Applaus gab es für die Tanzgruppe "Ziemia Bydgoska" aus Mannheims polnischer Partnerstadt Bydgoszcz. Bewegung, Musik und Kostüme bildeten einen beeindruckenden Zusammenklang, der das Publikum mitriss. Mit ihren Tänzen voller Lebensfreude und ihrer Musikalität überzeugte auch die Tanzgruppe "Kujawiak" der DPG Ma-Lu. Der Vorsitzende Piotr Pilkowski, der mittanzt und die Gruppe leitet, lud alle tanzfreudigen Frauen und Männer ein, sich anzuschließen.

Mit ihrem Repertoire beeindruckte die "GO!band" mit der Sängerin Małgorzata Żurańska-Wilkowska aus Bydgoszcz. Auf dem Programm standen bekannte polnische Lieder aus den 20er und 30er Jahren, die vor allem bei den polnisch-stämmigen Gästen großen Anklang fanden. Für Liebhaber und Freundinnen des polnischen Jazz war der Auftritt der Band "Orange Trane" ein weiterer Höhepunkt.

Einen Rückblick auf die vergangenen 100 Jahre gab Prof. Jerzy Eisler vom Institut für Nationales Gedenken / Instytut Pamięci Narodowej aus Warschau. Er erinnerte daran, dass es in diesem Zeitabschnitt in Wirklichkeit drei Polen mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen gegeben habe: Die Zweite Polnische Republik von 1918, die Volksrepublik Polen von 1944 bis 1989 und die Dritte Polnische Republik von 1989 bis heute. Nur mit dem ersten und dem dritten Datum seien eindeutig positive Assoziationen verbunden, während das zweite Datum die Jahrzehnte der kommunistischen Diktatur kennzeichne (Text in polnischer Sprache siehe unter: Polnische Kultur/Vorträge). Im November 1918 erlangte Polen nach 123 Jahren Besatzungszeit nicht nur seine staatliche Unabhängigkeit zurück, sondern gleichzeitig erhielten die polnischen Frauen – wie übrigens auch die deutschen – das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht. Daran erinnerte Gisela Medzeg von der DPG Ma-Lu in einem kurzen Rückblick (Text in deutscher Sprache siehe unter: Polnische Kultur/Vorträge).

Zur Freude aller Gästen, vor allem der Eltern und Angehörigen, trugen Kinder der Polnischen Katholischen Mission und des Vereins "Wawel" Lieder und kurze Stücke vor. Jugendliche des polnischen Sportklubs "Aligator" in Mannheim führten verschiedene Sportarten vor.

Bei schönem Sommerwetter verging der Tag allzu rasch. Eingeleitet wurde er durch Grußworte der Ehrengäste, darunter Stadtrat und Bundestagsabgeordneter Nikolas Löbel, Landtagsabgeordneter Dr. Stefan Fulst-Blei und Dr. Andreas Schneider-Neureither, Heidelberg. Dieser hatte das Fest mit einer großzügigen Spende finanziell unterstützt. Durch das Programm führten Piotr Pilkowski, Vorsitzender der DPG Ma-Lu, und Maciej Wilkowski, Radiojournalist aus Bydgoszcz. Spiele für Eltern und Kinder sowie polnische Spezialitäten rundeten den Tag ab.

Ermöglicht wurde das Fest durch die Stadt Bydgoszcz, die Stadt Mannheim, die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit Warschau, den Förderverein Städtepartnerschaften Mannheim und Spenden.

Fotos: Janeta Seifert, Günther Wilhelm, Arkadiusz Chrząstek PKM

 

DEUTSCH-POLNISCHE GESELLSCHAFT MANNHEIM-LUDWIGSHAFEN e.V.

Towarzystwo Niemiecko-Polskie Mannheim-Ludwigshafen T. z.

 

Ganztägiges kulturelles Familienfest

zur Feier der Wiedergründung des polnischen Staates vor 100 Jahren

am Samstag,16.06.2018, im Herzogenriedpark Mannheim

in Zusammenarbeit mit der Polnischen Katholischen Mission in Mannheim und polnisch-deutschen Vereinen

 

 Programm

10:00 Uhr Auftritt der Tanzgruppe "Ziemia Bydgoska", Bydgoszcz; danach "Ziemia Bydgoska" und Tanzgruppe der DPG Ma-Lu "Kujawiak" tanzen Polonäse

10:30 Uhr Offizielle Begrüßung durch die Veranstalter und Vertreter der Stadt Mannheim

10:50 Uhr Grußworte der Gäste aus Bydgoszcz

11:00 Uhr Musikalischer Auftritt der Band "Go!band", Bydgoszcz

11:30 Uhr Kurzvortrag über die Wiedererlangung der Unabhängigkeit Polens nach dem ersten Weltkrieg und die zweite polnische Republik

Referent: Prof. Jerzy Eisler, Warszawa/Warschau

12:00 Uhr Tanzgruppe "Kujawiak" (Trojak, Oberek, Kujawiak, Polka und Volkslieder)

12:30 Uhr Auftritt der Tanzgruppe "Ziemia Bydgoska"

13:00-14:30 Uhr Pause

14:30 Uhr Vorstellung und kulturelle Darbietungen regionaler polnischer Organisationen und Vereine

(Polnische Katholische Mission Mannheim; Aligator , Wawel e.V. u.a.)

15:30 Uhr Auftritt der „Orange Trane“ Band

16:30 Uhr Kurzvortrag über 100 Jahre Frauenwahlrecht in Polen

Referentin: Gisela Medzeg, DPG Ma-Lu

16:45 Uhr Auftritt der Tanzgruppe "Ziemia Bydgoska"

17:15 Uhr Musikalischer Auftritt der Band "Go!band"

18:00 Uhr Ende

Zusätzlich: Kinder- und Elternspiele, Sportangebote, Essen und Trinken

Kosten: Eintritt in den Herzogenriedpark, Max-Joseph-Str. 64, 68169 Mannheim

März 1968 in Polen

Über die Studentenbewegung und die Ereignisse rund um den März 1968 in Polen referierte Prof. Jerzy Eisler vom Institut für Nationales Gedenken / Instytut Pamięci Narodowej aus Warschau am Sonntag, 17. Juni 2018, in Gemeindesaal der Polnischen Katholischen Mission Mannheim. Damals kämpften Studenten in Polen um Demokratisierung und Liberalisierung des kommunistischen Systems sowie um das Recht auf ein Leben in Wahrheit. Die Regierung instrumentalisierte diesen Protest und lenkte ihn gegen die im Land lebenden Juden, von denen ein großer Teil zur Auswanderung gezwungen wurde. Gleichzeitig führte die kommunistische Partei einen Kampf gegen Intellektuelle. Viele aus der "Generation '68", so Eisler, waren später in der antikommunistischen Opposition aktiv, die letztlich 1989 zur politischen Transformation führte. Eine lebhafte Diskussion mit dem Schwerpunkt Antisemitismus schloss sich an den Vortrag an (Text in polnischer Sprache siehe unter: Polnische Kultur/Vorträge).

Mühleninsel

in Bydgoszcz mit Blick auf die Opera Nova

Foto: Hannelore Helbig

Tanzgruppe "Kujawiak"

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